Tag zusammen,
dem ein oder anderen ist vielleicht aufgefallen dass PhrozenByte die komplette letzte Woche nicht verfügbar war - und für viele Benutzer auch noch immer ist. Unser Server wurde
am Sonntag den 31. Juli 2011 Opfer einer DDoS-Attacke. Eine DDoS-Attacke kennzeichnet sich dadurch dass der angegriffene Server von zahlreichen (unterschiedlichen) Rechnern mit Datenpaketen bombardiert wird bis dieser durch diese Überlastung in die Knie geht. Wenn ihr weiterführende Informationen zum Thema wünscht findet ihr diese
in der Wikipedia.
Dem Angriff gingen bereits seit mehreren Tage Versuche voraus per SSH in den Server einzubrechen. Die Versuche waren unseres Wissens nicht von Erfolg gekrönt und konnten in dieser Form auch gar keinen Erfolg haben. Der Server war schon immer und ist auch weiterhin gegen derartige Angriffe exzellent geschützt, wir sehen uns in dieser Hinsicht also keinen Problemen gegenübergestellt. Wovor sich jedoch kein Serverbetreiber wirklich schützen kann sind DDoS-Attacken. Wir gehen davon aus dass die Einbruchsversuche und die DDoS-Attacke im Zusammenhang stehen, insbesondere die Tatsache dass der DDoS-Attacke ein Einbruchsversuch vorausging bestärkt uns in dieser Vermutung. Der Angriff war wohl die "Vergeltung" für den gescheiterten Einbruchversuch.
Es ist jedoch nicht davon auszugehen dass der Angriff im Zusammenhang mit PhrozenByte stand, vielmehr werden wir wohl ein Opfer des Zufalls gewesen sein. Um DDoS-Attacken überhaupt durchführen zu können sind eher größere Kenntnisse notwendig die nicht jeder besitzt, sogenannte "Script-Kiddies" fallen demzufolge raus. Die Analyse des Datenverkehrs hat ergeben dass die Angriffe (vermutlich) von zahlreichen ferngesteuerten Rechnern durchgeführt wurden die über die ganze Welt verstreut sind - darunter auch einige Server. Um dies überhaupt zu bewerkstelligen musste jemand erst in all diese Rechner einbrechen und selbst ein illegales Botnet aufziehen oder sich auf dem Schwarzmarkt gegen Bezahlung eines der vielen illegalen Botnets mieten. Das passt nicht in das Schema derjenigen die mit PhrozenByte ein Problem haben...
Die letzten 5 Minuten des Angriffs haben wir detailliert aufgezeichnet und konnten so verschiedenste Analysen durchführen. Einige eventuell interessante Zahlen: Der Angriff erfolgte in diesen letzten 5 Minuten mit einer durchschnittlichen Bandbreite von
556 MBit/s (zum Vergleich: Das entspricht fast der 100-fachen Geschwindigkeit eines haushaltsüblichen DSL-6000-Anschlusses, insgesamt handelte es sich aber dennoch um einen eher kleinen Angriff - große Angriffe bewegen sich im zweistelligen GBit/s-Bereich), insgesamt verursachte der Angriff knapp
110 GiB Traffic (zum Vergleich: Diese Webseite verursacht im Monat normalerweise nur einige wenige GiB Traffic). Der Angriff begann am Morgen des 31. Juli
um ca. 4:00 Uhr und
dauerte gut 20 Minuten - danach schritt Hetzner, unser Provider, ein und unterband den Angriff indem die IP-Adresse gesperrt wurde. Die Reaktion von Hetzner war vollkommen richtig: durch den Angriff wurde nicht nur das Rechenzentrum beeinträchtigt, auch hätte er für uns große Probleme bedeutet da innerhalb nur einer Stunde 250 GiB Traffic verbraucht worden wären. Natürlich, am Ergebnis ändert sich nichts - der Server ist offline - aber das ist noch immer die bessere der beiden Möglichkeiten.
Ich habe erst gegen Mittag vom Angriff erfahren. Wir müssen zugeben dass wir uns in der Vergangenheit nicht groß mit der Gefahr einer DDoS-Attacke beschäftigt haben, dies mussten wir demzufolge nachholen bevor wir den Server wieder freischalten. Inzwischen ist der Server gegen DDoS-Attacken besser geschützt und wurde auf unser Bitten hin wieder freigeschaltet, verhindern lassen sich DDoS-Attacken aber leider nicht - es lassen sich lediglich die Folgen abschwächen. Dass das Ganze so lange gedauert hat lag hauptsächlich daran dass der Angriff terminlich nicht schlechter hätte fallen können - die vergangene Woche hatte ich im Prinzip überhaupt gar keine Zeit für den Server. Wäre der Angriff eine Woche später geschehen wäre der Server nur ein paar Tage später wieder online gewesen. Hoffen wir dass der Server nun auch dauerhaft online bleibt und wir von solchen Angriffen in Zukunft verschont bleiben, bei zukünftigen Angriffen würde es aber immerhin vermutlich nur einige Stunden dauern bis der Server wieder online ist - wir müssen ja kein Sicherheitskonzept mehr entwerfen, das haben wir ja jetzt schon getan.
Übrigens: Das geplante mehrstündige MTA-Event steht noch immer auf dem Plan, ihr erhaltet hierzu in Kürze neue Informationen!
Grüße,
Rudi